Eine knappe Million für die am Rand Stehenden gesammelt

875311,50 Euro – diese stolze Summe kam durch die Caritassammler in den letzten drei Jahrzehnten zusammen. Jeweils im Frühjahr und im Herbst waren die Damen und Herren von Haustür zu Haustür unterwegs, um durch das gesammelte Geld die oftmals versteckte Not lindern und Menschen mit den verschiedensten Problemen helfen zu können. Im Rahmen eines Wortgottesdienstes, den Pastoralreferentin Annemarie Fleischmann, die zugleich Kuratoriums-Vorsitzende des Caritas-Zentrums ist, feierte, gab es Urkunden und ein Geschenk für die fleißigen Sammler. In der Predigt, die das Wort Jesu vom Salz der Erde zum Thema hatte, machte Annemarie Fleischmann deutlich, dass ein Salzkorn wenig ausrichtet. Erst die richtige Menge verleiht den Geschmack. Ähnlich verhalte es sich auch bei den Sammlern – alleine kann man sehr wenig gegen die Not in der Gesellschaft tun. Erst im Miteinander konnte die große Summe zusammenkommen. Die für Freising zuständige Geschäftsführerin Anja Bungarz-Pippig sagte ebenfalls Vergelt’s Gott und zeigte in einigen Punkten auf, wofür das eingenommene Geld verwendet worden ist. Unterstützt wurden zum Beispiel Beratungsstellen für die unterschiedlichsten Gruppen, das Gebrauchtwarenkaufhaus „Rentabel“ oder auch individuelle Bedarfe. Bernadette Hölzl, die den Bereich Gemeinde-Caritas verantwortet, war ebenfalls beim Gottesdienst dabei und bedankte sich bei den Sammlern, die in Zukunft Briefe in den Haushalten einwerfen, da nicht mehr genügend Männer und Frauen für die Haustürsammlung zur Verfügung stehen.

Langjährige Leiterin der Nachbarschaftshilfe verabschiedet

Pastoralreferentin Annemarie Fleischmann (rechts), Vorsitzende des Caritas-Kuratoriums Freising, und Stadtpfarrer Reinhold Föckersperger (links) verabschiedeten beim Pfarrgottesdienst am letzten Sonntag Karoline Altschäffl (Mitte) als langjährige Leiterin der Moosburger Nachbarschaftshilfe. Seit 2013 koordinierte und leitete sie die anstehenden Einsätze, nachdem sie seit 2006 ihrer Vorgängerin, Marta Thums, unterstützend zur Seite gestanden war. Ob Einkaufen, Fahrten zum Arzt oder andere Anliegen - es galt jemand aus dem Kreis der Helfer zu finden. Wenn sich niemand fand, dann war es für Karoline Altschäffl selbstverständlich, dass sie selber die Aufgabe übernahm. Beide sagten mit Blumen und Wein Vergelt's Gott für das große Engagement.

Weltgebetstag der Frauen

Am Freitagabend hatte sich wie jedes Jahr am ersten Freitag des März eine große Zahl an Frauen aus allen christlichen Konfessionen zusammengefunden, um den Weltgebetstag mit einem Wortgottesdienst zu begehen. Corona bedingt feierte man im Kastulusmünster, um genügend Platz zu haben. Frauen aus Vanuatu hatten in diesem Jahr die Texte vorbereitet. Vanuatu ist ein kleines Land im Südpazifik. 1606 von den Spaniern entdeckt wurden die „Neuen Hebriden“ zu einer Kolonie, die gemeinsam von Großbritannien und Frankreich regiert wurde. 1980 wurde eine Demokratie eingeführt, nachdem das Volk zwei Jahre davor die Unabhängigkeit eingefordert hatte. Seither trägt das Land den Namen Vanuatu – wörtlich „Land, das aufsteht“ – mit dem Motto „Auf Gott bauen und vertrauen wir“. Die Klimaerwärmung sorgt dafür, dass die 83 einzelnen kleinen Inseln, aus denen Vanuatu besteht, über kurz oder lang vom Pazifik überschwemmt werden. All dies und noch manches mehr erfuhren die Besucher, medial gut aufbereitet, durch verschiedene Symbole. Schuldbekenntnis und die Bitte um Vergebung folgten. Die zentrale Bibelstelle ist aus dem siebten Kapitel des Matthäus-Evangelium, wo nur ein Haus auf festem Grund den Stürmen widerstehen kann. So soll das Fundament eines jeden Lebens die Botschaft Jesu sein. zeigt. Petra Krüger war für die musikalische Gestaltung verantwortlich. William Reed kümmerte sich um die Technik. Ein gemeinsames Vater unser bildete den Schluss. Nachdem das Vorbereitungsteam gemeinsam um den Segen Gottes gebeten hatte, gab es zum Abschied noch ein Geschenk. „Es ist ein Samentütchen, das Sie bei sich zuhause aussäen, wachsen und blühen lassen können. Die Blumenmischung kann uns den ganzen Sommer über an unsere Solidarität mit den Frauen in Vanuatu erinnern und ist gleichzeitig ein Paradies für Bienen und andere Insekten.“ So Marion Kraus, die zuvor noch allen Mitwirkenden, die im Rahmen der Vorbereitung und Gestaltung des Gottesdienstes beteiligt waren, dankte.