Pfarrkirche St. Kastulus

Adresse: Auf dem Plan 3, 85368 Moosburg

Die Kirche des ehemaligen Kollegiatstifts St. Kastulus in Moosburg - auf halbem Weg zwischen der Bischofsstadt Freising und der niederbayerischen Hauptstadt Landshut – ist ein Baudenkmal mit reicher Geschichte. Mit dem Hochaltar des Landshuter Bildschnitzers Hans Leinberger birgt sie eines der hervorragendsten Werke bayerischer Kunst am Übergang von der Spätgotik zur Renaissance.

Kirchenrenovierung 2011

Im Jahr 2011 wurde die Renovierung des Leinbergeraltares nach drei Jahren endgültig abgeschlossen. Sehen Sie hier einen kleinen Bericht des St. Michaelbundes.

Patrozinium

Leinberger Altar

Kastulus lebte im 3. Jahrhundert in Rom. Er entstammte – worauf der typische Name (abgeleitet von „castus“ – keusch) schließen lässt - vermutlich der Schicht der Freigelassenen, nahm aber eine gehobene Position am kaiserlichen Hof ein (als Hoflieferant, Speisemeister oder Aufseher der kaiserlichen Gemächer). Trotz der Verfolgungen unter Kaiser Diokletian (284-305) war Kastulus Christ. Er bot er seinen Glaubensbrüdern an, ihre gottesdienstlichen Zusammenkünfte in seinem Haus unmittelbar im Bereich des kaiserlichen Palastes abzuhalten, weil dort die Gefahr geringer sei, entdeckt zu werden. Darüber hinaus soll er, ungeachtet der damit verbundenen Gefahren, auch selbst missionarisch tätig gewesen und mit seinem Freund Tiburtius durch die Straßen der Stadt gelaufen sein und durch die Kraft seiner Worte viele zum Christentum bekehrt haben. Von einem Mann namens Torquatus verraten, wurde Kastulus schließlich gefangen genommen und vor den Präfekten geführt. Da er sich als treuer Christ weigerte, vor dem Bild des Kaisers zu opfern, wurde er zunächst gefoltert, dann vor den Toren der Stadt in einer Sandgrube lebendig begraben. Das überlieferte Todesjahr 286 ist historisch zweifelhaft.
Schon in der Spätantike begann in Rom die Verehrung als Heiliger in der nach ihm benannten Katakombe an der Via Labicana. Im 8. Jahrhundert ist die Verehrung seiner Reliquien im oberitalienischen Pavia bezeugt. Von dort sind sie vermutlich auf Veranlassung des Abtes Reginbert durch die Mönche Albin und Rhenobot in das noch junge Kloster Moosburg überführt worden, wo sie um 807/808 bezeugt sind. In Folge der Verlegung des Kollegiatstiftes St. Kastulus von Moosburg nach Landshut kam der größte Teil der Reliquien im Jahr 1604 in die dortige St. Martinskirche, wo sie sich bis heute befinden.
Der hl. Kastulus wird in Erinnerung an seinen Martertod mit der Martyrerpalme sowie mit einem Spaten als Attribut dargestellt. Angerufen wurde er im späten Mittelalter in allen Nöten und Drangsalen (Krankheiten, Seuchen, Blitzgefahr, Wassernot, Feuerbrunst usw.), im 19. Jahrhundert auch bei Pferdediebstahl.Auf Letzteres bezieht sich in ironischer Weise auch das bekannte Volkslied „O heiliger Sankt Kastulus …“. Der Gedenktag des Heiligen ist der 26. März.

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